Sorge um Erspartes - Hamburger flüchten ins Gold
Feinunze an einem Tag um 110 Dollar teurer. Weitere US-Großbank in Not. Krisengipfel bei Steinbrück.
Quelle: Hamburger Abendblatt (http://www.abendblatt.de/)
Hamburg -
Immer mehr Deutsche flüchten aus Sorge vor den Folgen der weltweiten Finanzmarktkrise in Gold. Bei der Hamburger Sparkasse (Haspa) gibt es für Münzen und Barren des Edelmetalls bereits Wartezeiten von einer Woche. "Die Nachfrage ist doppelt so hoch wie an normalen Tagen", heißt es beim zentralen Münzhandel der Haspa. Auch andere Banken berichten von einem "regelrechten Ansturm" der Kunden. "Es gibt einen Run auf Gold", heißt es bei der Commerzbank. Der Preis für das Edelmetall schoss innerhalb von nur sechs Tagen um 23 Prozent in die Höhe und notierte gestern Abend bei mehr als 900 Dollar je Unze. Am Mittwoch war er um fast 110 Dollar gestiegen - der stärkste Anstieg aller Zeiten.
Nicht nur private Anleger, sondern auch Investmentbanken sollen sich mit Gold eingedeckt haben. Experten raten Anlegern aber dazu, nicht allein auf Rohstoffe zu setzen, sondern nur etwa 15 Prozent ihres Geldvermögens in Gold oder andere Rohstoffe zu investieren.
Ein Ende der Krise ist bislang nicht abzusehen. Nach Berichten amerikanischer Medien verhandelt nun auch die Investmentbank Morgan Stanley um eine Übernahme, vordringlich mit der Regionalbank Wachovia. Von den ehemals fünf großen Investmentbanken an der Wall Street sind derzeit nur noch Goldman Sachs und Morgan Stanley eigenständig. Erst zu Beginn der Woche war das Institut Lehman Brothers zusammengebrochen.
In Großbritannien übernahm unterdessen der Finanzkonzern Lloyds die Halifax Bank of Scotland, die sich am US-Hypothekenmarkt massiv verspekuliert hatte.
Die wichtigsten Zentralbanken der Welt stellten gestern noch einmal 235 Milliarden Dollar an Krediten für die Geschäftsbanken zur Verfügung, um Engpässe bei der Liquidität zu verhindern.
Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Spitzen der Finanzwirtschaft zu einem Krisengipfel am kommenden Donnerstag in Berlin eingeladen.
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